Meditation Buchhorn
Herzlich willkommen auf meiner Website!
Oft werde ich gefragt: „Was bedeutet Meditation eigentlich?” Meine Antwort: Für mich ist sie ein seit vielen tausend Jahren erprobtes Werkzeug der Selbsterkenntnis und eröffnet mir einen Weg in die Wirklichkeit des Lebens. Nüchtern. Spannend. Freude.
Dabei geht es praktisch darum, die Stille in sich zu erfahren, jenseits aller Dogmen, Vorschriften und Glaubensinhalte. Das Wahrnehmen des Atemstroms wirkt dabei als eine gute Hilfe. Das klingt einfach, in der Praxis wird jedoch deutlich, wie sehr uns innere Vorgänge, Sorgen, Erwartungen, Glaubenssätze, Ängste usw. gerade nicht zur Ruhe kommen lassen. Sie übertönen die innere Stille.
Diese Töne oder Stimmen zu unterdrücken, verstärkt sie nur. Also ist es besser, sie zuzulassen, zu beobachten, zu integrieren oder ins Leere laufen zu lassen – das hängt von deren Inhalt ab.
In der Meditation ist es hilfreich, Form und Inhalt zu trennen. Die Formen sind so vielfältig wie die Inhalte: ZaZen ist eine Form des stillen Sitzens, Tanzmeditation eine Form der körperlichen Bewegung, Textmeditation eine Form des Zuhörens und des Wirkenlassens, Augenmeditation eine partnerschaftliche Meditation und Gehen eine Bewegungsmeditation. Das Ziel besteht nicht darin, die Technik oder Form zu beherrschen, sondern die Stille in mir zu entdecken und meine Eingebundenheit in Welt und Leben. Das ist auch politisch.
Jede Form der Meditation spricht eine andere Ebene des Menschen mit seinen Problemen an. Doch inhaltlich stehen stets die alten philosophischen Fragen im Mittelpunkt: Wer bin ich? Was kann ich glauben? Was soll ich tun? Was ist der Mensch? Was bedeutet Freiheit? Was und wer hindert mich daran, der oder die zu werden, die ich sein möchte? Doch Vorsicht: Das hat nichts, gar nichts mit „Selbstoptimierung” zu tun, die meist in Selbstausbeutung mündet! Und: Mensch-Sein reicht nicht, wenn ich bedenke, dass auch die SS-Männer in den KZs Menschen waren. Was macht einen Menschen aus, auch angesichts der KI?
Meiner Meinung nach leben wir in einem Zeitalter der Krisen, die bei näherer Betrachtung jeweils eine Beziehungskrise sind. Beziehungen zu mir selbst, zu anderen Menschen, zur Arbeit, zum Leben, zur Natur, zum Tod. Sie fallen in der grundsätzlichen Beziehungskrise zur Welt zusammen, also im Welt- und Menschenbild.
Das zeigt: Meditation, wie ich sie verstehe und anbiete, gründet auf der Arbeit an sich selbst im Lichte der welt- und biographischen Selbsterfahrungen. Sie ist Selbsterkenntnis als Mensch und Bürger, Ausdruck von Leben, das leben will inmitten von Leben und Lieben.
Die Forderung nach Resilienz greift daher zu kurz, denn sie arbeitet an den Symptomen und schiebt die Verantwortung für Schwäche, Unwohlsein, Einsamkeit, Mutlosigkeit etc. den Betroffenen zu. Als Art der Ersten Hilfe ist das in Ordnung, doch der Frage nach den gesellschaftlich-politischen Bedingungen für ein „gutes Leben” wird ausgewichen.
Das vorsichtige Entfalten von Mitgefühl führt den ernsthaft Meditierenden nicht nur zur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für alles Lebendige. „Ubuntu: Ich bin, weil du bist“, heißt es in der afrikanischen Philosophie. Das indische „Tat tvam asi: Auch das bist du“ ergänzt es, wie Bubers „Das Ich erkennt sich am Du“.
Wer Meditation also als Flucht aus der Wirklichkeit versteht, versteht sie und sich selbst falsch. Meditation wird oft auch als Geistestraining verstanden, das lehrt, wie alles mit allem zusammenhängt. Aus diesem Netzwerk des Lebendigen kann niemand aussteigen. Es wahrzunehmen und sich als Teil davon zu erkennen, das bedeutet für mich Meditation. Du bist eingeladen.
Das schließt Entspannung und Freude nicht aus, sondern sie sind unausweichliche und willkommene Nebenwirkungen.
Gibt es weitere Fragen?
Dein Wolfgang